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Ackermannbogen München ca. 6000m³

Im Rahmen einer Vorplanungsstudie wurde für die Landeshauptstadt München ein Konzept für eine solare Nahwärmeanlage mit saisonalem Speicher entwickelt worden.

Zu versorgen ist ein Teil der geplanten Neubebauung am Ackermannbogen nahe des Olympiaparks. Im ausgewählten Versorgungsgebiet wurde überwiegend Geschosswohnungsbau mit einer gesamten Bruttofläche von 26.600 m² in Niedrigenergiebauweise vorgesehen.

Der Gesamtwärmebedarf für Heizung, Brauchwarmwasser-bereitung und Verteilverluste des 2-Leiter-Nahwärmenetzes wurde zu knapp 2.000 MWh/a ermittelt.

Das solare Nahwärmesystem ist so ausgelegt, dass 50 % dieser Wärmemenge über thermische Kollektoren aus Sonnenenergie gedeckt werden können. Die auf den Gebäudedächern installierten Kollektoren mit einer Gesamtfläche von ca. 2.700 m² laden im Sommer den saisonalen Speicher und versorgen die Gebäude bis in die Übergangszeit mit solarer Wärme.

Für das nötige Back-up-System erfordern die lokalen Rahmen-bedingungen eine effiziente Form der Kombination von Solarenergie und Fernwärme. Im vorgesehenen Konzept dient Fernwärme zum Antrieb einer Absorptionswärmepumpe.

Die Wärmepumpe ist von November bis Mitte März kontinuierlich in Betrieb und pumpt Niedertemperaturwärme aus dem mittleren Bereich des Großspeichers zur Nutzung auf ein Temperaturniveau von 60 °C bis 70 °C, so dass im Speicher das ganze Jahr über Nutzwärme vorgehalten und die Pufferung von Leistungsspitzen ermöglicht wird.

Gleichzeitig wird der untere Speicherbereich bis auf ca. 15 °C gekühlt. Aufgrund des Wärmespeichers und der Wärme-pumpen wird die Anlage mit einem Nachheizsystem ausgestattet, das nur rund ein Drittel der vollen Anschlussleistung benötigt.

Der Fernwärmeanschluss erreicht eine Volllaststundenzahl von nur rund 2.500 /a. Gleichzeitig stehen im Winter für das Kollektorfeld niedrige Vorlauftemperaturen aus dem unteren Teil des saisonalen Speichers zur Verfügung, so dass der solare Ertrag maximiert wird.

Gegenüber einer vollständigen Versorgung der Gebäude mit Fernwärme werden ca. 160 t CO2 weniger emittiert, was einer Einsparung von rund 42 % entspricht.

In Zusammenarbeit mit dem ITW-Stuttgart wurden alternative Speicherkonzepte evaluiert, um weitere Verbesserungen - insbesondere hinsichtlich der Baukosten - zu erreichen. Es entstand ein Erdspeicher mit einem Fassungsvolumen von fast 6 Millionen Litern.

Zur einzigartigen verwirbelungsfreien Be- und Entladung wurden speziell angepasste Schichteinsätze von ratiotherm eingebaut.

Die solare Nahwärmeanlage, die von den Stadtwerken München GmbH betrieben werden wird, ist zur Förderung im Rahmen des Programms Solarthermie-2000 der Bundes-regierung vorgesehen. Die Abteilung 4 des ZAE Bayern wird  ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem ITW-Stuttgart - die wissenschaftliche Begleitung des Projekts übernehmen. In diesem Zusammenhang ist auch die Durchführung einer mehrjährigen Messkampagne geplant.