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Regenerativ beheizte Schutzengelkirche Gräfendorf

Kirchenbauten waren früher immer unbeheizt und hatten dadurch keine heizungsbedingten Schäden. In der Nachkriegszeit wurden in Kirchen Heizsystem eingebaut, die nicht ausreichend die Bedürfnisse des Kirchenraumes und dessen Ausstattung berücksichtigten.

Eine „komfortable“ Beheizung im Dauerbetrieb schied aus Kostengründen bei den meisten Kirchen aus. Aus diesem Grunde ist die in Gräfendorf modellhaft gezeigte weitgehend solarunterstützte Beheizung ein Lösungsweg, der einerseits wenig Nachfolgekosten verursacht und andererseits das Bauwerk vor Schäden schützt und dem Besucher ausreichend Komfort bietet.  Die Außendämmung schützt weiterhin die Baukonstruktion der Kirche vor Witterungseinflüssen.

Im Falle der Schutzengel-Kirche Gräfendorf konnte das Erscheinungsbild der Kirche weitestgehend erhalten bleiben. Mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, die zusätzliche solare Wärme aus 45m² Hybridkollektor erhält, wird bei bedecktem Himmel Wärme aus der Umwelt auf die Vorlauftemperatur der Wandheizung gebracht. Bei ausreichender Solarstrahlung wird die Kollektorwärme direkt genutzt. Bei winterlichem Dauerbetrieb der Wärmepumpe wird die gewonnene Wärme aus dem Verdichterkreislauf mit ca. 40°C Vorlauf direkt in die Wandflächenheizung der Kirche geleitet. Die so genannte Heißgasebene der Wärmepumpe beträgt ca. 55°C und umfasst ca. 10-15% der Wärmepumpenleistung. Diese höhere Temperatur wird in den Schichtenspeicher Oskar° eingeleitet und erwärmt diesen kontinuierlich zwischen den Gottesdienstzeiten (z. B. 70 Stunden lang). Mit der niederen Vorlauftemperatur der Wandheizung wird eine Grundtemperierung der Kirche in Relation zu den Außentemperaturen bewerkstelligt. Für den Gottesdienst selbst wird der Pufferspeicher mit ca. 80-120 kWh Energieinhalt zusätzlich zum Aufheizen des Kirchenraumes genutzt. Danach kann der Pufferladevorgang bis zum nächsten Gottesdienst wiederholt werden.

Der Vorteil dieses Systems besteht darin, dass die Wärmepumpe mit weniger als 4 KW Leistungsaufnahme betrieben werden kann und nicht wegen eines Spitzenbedarfes entsprechend größer installiert werden muss.

Im Frühjahr und im Herbst wird die hauptsächliche Heizarbeit solar betrieben; da die Solarenergie kostenlos ist, gibt es hier lediglich eine Temperaturbegrenzung der Temperierung auf ca. 21°C Raumtemperatur. Das heißt die sommerliche Wärme wird im Herbst möglichst lange solar erhalten und erst wenn eine Mindestraumtemperatur von weniger als 10°C erreicht wird, beginnt der Wärmepumpentemperierungsprozess mit der Unterstützung durch den Pufferspeicher.

Hier können Sie den Flyer downloaden >>>